Musiker sind und waren schon immer ein recht charmantes und reiselustiges Völkchen. Und überhaupt waren und sind wir oft recht lustig … Wie wenig sich das im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte geändert hat, zeigen wir Ihnen in diesem Programm, das sich nämlich ganz der Verehrung holder Damen widmet.
Vom Münchner Hof im 16. Jahrhundert ausgehend, zelebrieren wir diese klingenden Charmeoffensiven, indem wir nachzeichnen, wie etwa der aus Flandern stammende Münchner Kapellmeister Orlando di Lasso damals nach Italien reiste, um sich von dortigen Komponisten inspirieren zu lassen, wie er norddeutsche, spanische, englische Komponisten dort traf, ihre Werke kennenlernte oder das ihrige später mit dem seinigen inspirierte. Und dabei zeigen wir, wie Lasso und seine Kollegen all diese internationalen Inspirationen in ihrem jeweils eigenen Stil in reizende Lieder und Instrumentalstücke der Freude, des Begehrens, der Anbetung oder des Schmerzes umsetzten, um geliebte Damen wahlweise zu preisen oder wegen ihrer Untreue zu verfluchen.
Kommen Sie also mit uns auf diese Reise und erfahren Sie, mit welch enormem kompositorischen Aufwand und wie lustig, ernst, virtuos, verspielt, kreativ man sich damals an die jeweiligen Angebeteten zu wenden pflegt — Lerneffekte für die Herren im Publikum inklusive und durchaus erwünscht!
Ob arm oder reich, jung oder alt, groß oder klein: Fast jeder im Volke beherrschte die Grundfiguren
dieses improvisationsreichen Singtanzes, den man in Tanzakademien und Theatern ebenso tanzte wie auf den Straßen der Städte, in Kneipen, Tanzsälen und in den Palästen der Oberschicht. Der Fandango, Nationaltanz Spaniens im 18. Jahrhundert, gewöhnlich besetzt mit Gitarre und Kastagnetten, war und ist einfach getanzte Lebensfreude!
Und — wie so manch prüderer Zeitgenosse damals leidvoll beklagte — auch getanzte Liebesfreude: »Die Körper bewegen sich zum Klang der Kadenzen der Musik, mit aller leidenschaftlichen Erregung, in extrem wollüstigen Bewegungen, mit Fußstampfen, Blicken, Sprüngen, mit allen von lasziven Absichten strotzenden Figuren«, beschwerte sich etwa der Dekan von Alicante im Jahr 1712. Und wem das noch nicht Beweis genug für die Reize des Fandangos ist, dem sei verraten, dass selbst Giacomo Casanova den Fandango ausdrücklich als den »verführerischsten und wollüstigsten Tanz der Welt« bezeichnete. Und er sollte es ja wissen…
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