Wien: Das ist für uns nicht nur Walzer, Mozart, Haydn und Beethoven. Nein, unser Wien — das sind auch Giovanni Felice Sances oder Antonio Cesti als kaiserliche Hofkapellmeister, oder Musiker wie Heinrich Ignaz Franz von Biber und Francesco Rognoni, die zwar an anderen österreichischen Höfen wirkten, den diversen Kaisern oder Erzbischöfen in Wien aber zahlreiche Werke widmeten. Kurz: Unser Wien sind zwar durchaus auch die Zuckerl der Wiener Klassik, aber vor allem das Schlagobers aus Spätrenaissance und (Früh-) Barock!
Und so laden wir unsere Hörer bei diesem Programm ein, zu erfahren, was unser Namensgeber, der Hamburger Jakobiorganist Matthias Weckmann, sich unter „den besten Sachen“ aus Wien vorgestellt hat — und was sich das musikaffine Völkchen der Wiener selbst vor vier- bis fünfhundert Jahren so alles auf der Zunge zergehen ließ. Oder sagen wir besser: womit es seine Seele nährte …
Ob arm oder reich, jung oder alt, groß oder klein: Fast jeder im Volke beherrschte die Grundfiguren
dieses improvisationsreichen Singtanzes, den man in Tanzakademien und Theatern ebenso tanzte wie auf den Straßen der Städte, in Kneipen, Tanzsälen und in den Palästen der Oberschicht. Der Fandango, Nationaltanz Spaniens im 18. Jahrhundert, gewöhnlich besetzt mit Gitarre und Kastagnetten, war und ist einfach getanzte Lebensfreude!
Und — wie so manch prüderer Zeitgenosse damals leidvoll beklagte — auch getanzte Liebesfreude: »Die Körper bewegen sich zum Klang der Kadenzen der Musik, mit aller leidenschaftlichen Erregung, in extrem wollüstigen Bewegungen, mit Fußstampfen, Blicken, Sprüngen, mit allen von lasziven Absichten strotzenden Figuren«, beschwerte sich etwa der Dekan von Alicante im Jahr 1712. Und wem das noch nicht Beweis genug für die Reize des Fandangos ist, dem sei verraten, dass selbst Giacomo Casanova den Fandango ausdrücklich als den »verführerischsten und wollüstigsten Tanz der Welt« bezeichnete. Und er sollte es ja wissen…
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