Über uns

Das Ensemble. Die Musiker:innen vom Weckmann Consort

Das Weckmann Consort steht für virtuose Verzierungen und Improvisationen und vermittelt den authentischen Eindruck, dass Musik keine Museumskunst ist, sondern genau so freudig oder traurig, intim oder festlich, vernünftig oder wahnsinnig sein kann wie vor 400 Jahren.…

Das Ensemble

hanseatische Klangpracht und intime Konzertmomente

Bunte und leuchtende Klangfarben einer gemischten Consort-Besetzung, lebendiges und fantasievolles Musizieren und ein entschiedenes Faible für reizvolle Ornamente: Das ist das Weckmann Consort!

Dafür fand sich 2020 eine spielfreudige Gruppe von Musikern mit Zink, Violine und Dulzian, ergänzt manchmal durch weitere Instrumente und Sänger, rund um die Tastenvirtuosin Lea Suter und den Posaunisten Juan Gonzalez Martinez zusammen, um in den Fußstapfen ihres Namensgebers, des Hamburger Jakobi-Organisten Matthias Weckmann, »die besten Sachen aus Venedig, Rom, Wien, München, Dresden &c.« (wie Johann Mattheson Weckmanns Tun 1740 so nett beschrieb) zu Gehör zu bringen. Auf dem Programm des Weckmann Consorts finden sich also zahlreiche geistliche und weltliche Werke, die auch in Weckmanns Notenschrank gestanden haben könnten, und ihre Aufführungen orientieren sich entsprechend an den Gepflogenheiten damaliger Zeiten.

Entsprechend gehören der Umgang mit historischen Quellen und staubigen Traktaten für die Musiker genauso zu ihrem Alltag wie das Üben auf dem Instrument, denn historische Instrumente und Stimmungen, virtuose Verzierungen und Improvisationen sind ja kein Selbstzweck: Vielmehr möchte das Weckmann Consort seinen Konzertbesuchern damit einen möglichst authentischen Eindruck der Klänge und Musiken vermitteln, die auch ein Publikum 17. Jahrhundert gehört haben könnte.

Und außerdem und vor allem möchten sie ihren Hörern zeigen, dass diese Musik keine Museumskunst ist, sondern heute ebenso freudig oder traurig, intim oder festlich, vernünftig oder wahnsinnig sein kann wie vor 400 Jahren — und also heute wie damals die gesamte Bandbreite unseres Daseins und Gefühlslebens abbildet …

„Zärtlichkeit, Schmerz, Begehren waren in dem knapp neunzig Minuten langen, titelreichen Abend immer gegenwärtig… Der schillernd authentische Klang der Instrumente und die Freiheit der melodischen Gestaltung gefangen genommen.“

Günter Matysiak

Was unsere Musik besonders macht

Historische Klangwelten

Wir interpretieren spanische Musik auf historischen Instrumenten und in historischer Aufführungspraxis.

Internationales Ensemble

Musiker:innen aus Spanien und Europa bringen vielfältige Perspektiven und Expertise in unsere Projekte ein.

Künstlerische Vielfalt

Wir verbinden Musik, Tanz und Erzählkunst zu immersiven Konzertformaten voller Emotion und Atmosphäre.

Außergewöhnliche Spielorte

Wir musizieren in atmosphärischen historischen Räumen und ungewöhnlichen Orten — für ein besonderes Konzerterlebnis.

Die Künstler

Lea Suter

Cembalo, Orgel und Clavichord - künstlerische Leitung

Die in der Schweiz geborene Cembalistin, Organistin, und Orgelbauerin Suter begeisterte sich bereits in früher Kindheit für die Musik von Bach, insbesondere die für Tasteninstrumente. So baute sie mit 16 Jahren ihr erstes Clavichord und ließ sich später zur Orgelbauerin ausbilden. Im Rahmen dieser Ausbildung arbeitete sie in Siebenbürgen an der Restaurierung von Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts mit, was sie so sehr inspirierte, dass sie anschließend noch ein Studium der Kirchenmusik sowie ein Masterstudium Orgel, Cembalo und Clavichord absolvierte, unter anderem bei Margareta Hürholz, Roland Dopfer, Pieter van Dijk und Menno van Delft. Für die Spielzeit 22/23 erhielt sie das Stipendium #MusikerZukunft der Deutschen Orchester-Stiftung für ihre Auseinandersetzung mit dem Clavichord.

Seither konzertiert sie international als Solistin an Orgel Cembalo und Clavichord und tritt regelmäßig mit Cembalokonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach als Solistin mit dem Elbipolis Barockorchester auf. Daneben wirkt sie seit Jahren als Tutorin der internationalen Orgel- und Clavichord-Akademie in Smarano (Italien), vermittelte ihre Begeisterung für historische Tasten aber auch als Lehrbeauftragte am Königlichen Conservatorium Den Haag oder bei „klingenden Führungen“ durch die Instrumentensammlung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Außerdem gilt sie, nachdem sie sich in ihrer Bachelorarbeit auf wissenschaftlicher Ebene mit der praktischen Anwendung historischer Stimmungen auseinandergesetzt hat, auch international als Spezialistin in diesem Bereich.

Dabei wird ihr eigenes Spiel aber nicht nur durch ihre intensive Auseinandersetzung mit den historischen Quellen und ihre Erfahrungen mit Instrumenten als Musikerin beeinflusst, sondern natürlich auch von ihren Kenntnissen aus dem Instrumentenbau. Entsprechend changiert ihre Arbeit zwischen dem Musizieren und dem Forschen am und mit dem Instrument, mit den historischen Quellen und Überlieferungen.

Neben ihrer solistischen Tätigkeit arbeitet Lea Suter als Cembalistin mit dem Ensemble Concierto Ibérico zusammen und gründete im Jahr 2020 das Weckman-Consort, ein Ensemble, mit dem sie vor allem Werke nord- und mitteldeutscher Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts mit mehrmanualigen, historischen Orgeln aufführt. Dabei begreift sie die historischen Instrumente als Referenzen, um dem Klang, den ein Komponist vergangener Epochen jeweils im Ohr gehabt haben mag, möglichst nahe zu kommen. Ihr Solodebut Album veröffentlichte sie 2025 an einem Clavichord nachgebaut nach Jacob Adlung von Joris Potvlieghe beim Label Dabringhaus & Grimm.

Zuletzt experimentierte sie deshalb beispielsweise monatelang mit dem Duo GlossArte, bestehend aus einer historischen Posaune aus der Zeit um 1920 und der historischen Sauer-Orgel um 1928 im Saal der Glocke, dem Bremer Konzerthaus aus derselben Epoche. Daraus entstand auch eine Aufnahme, die im Januar 2022 ebenfalls beim Label Dabringhaus und Grimm veröffentlicht wurde. 2021 erschien auf ihre Initiative beim selben Label ein erstes Klangdokument dieser Sauer-Orgel mit weiteren Organisten.

Juan González Martínez

Renaissance-, Barock- und romantische Posaune

Juan González Martínez gilt als einer der vielseitigsten Posaunisten der Nachwuchsgeneration im Bereich der historischen Aufführungspraxis.
Seine Musikalität und sein spielerisches Können stehen für eine Klangfarbpalette, die ihm eine atemberaubende Ausdrucksfähigkeit genauso im virtuosen, wie im cantablen Spiel ermöglicht.

Posaune studierte der Spanier in seiner Heimatstadt Murcia, wobei seine Faszination für einen hochsensiblen vielschichtigen Klang zu einem Master- im Fach Barockposaune und einem Konzertexamen-Studium in historischer Posaune bei Wim Becu in Bremen und in Den Haag führte.

Juan González Martínez setzt neue Akzente in seinen künstlerischen Projekten als Ensembleleiter und ist Gründungsmitglied von den Ensembles Concierto Ibérico und GlossArte, sowie dem Weckmann Consort (Lea Suter).  Sein unermüdliches Enthusiasmus für neues Posaunenrepertoire führte 2021 zu seiner ersten CD-Aufnahme mit Ersteinspielungen der Romantik beim Label Dabringhaus & Grimm zusammen mit dem Duo GlossArte und dem Franz-Kuhn-Posaunenquartett, aus dessen Anlass er 2022 er als Solist in der Bremer Glocke und der Historischen Stadthalle in Wuppertal debütierte. Im selben Jahr veröffentlichte er mit dem Ensemble Concierto Ibérico die CD “Españoletas“ – eine künstlerische Reflexion über die spanische Einflüsse im Europa des 16. Jahrhunderts. Seine neuen Ansätze in der historischen Aufführungspraxis als Solist pflegt er regelmäßig mit Klangkörpern wie dem Elbipolis Barockorchester Hamburg unter Beachtung der Originalquellen.

Als International gefragter Posaunist tritt Juan González Martínez mit namhaften Orchestern und Ensembles der Alten-Musik-Szene auf, mit denen er zahlreiche live- sowie CD-Aufnahmen veröffentlichte. Unter anderen mit Budapest Festival Orchester (Ivan Fischer), Le Concert Olympique (Jan Cayers), Oltremontano (Wim Becu), Ensemble Correspondances (Sébastien Daucé), Capriccio Stravagante (Skip Sempé), Gli Angeli Genève (Stephan MacLeod), Capella Cracoviensis (Jan Adamus), Le Cercle de l’Harmonie (Jérémie Rhorer), La Guilde des Mercenaires (Adrien Mabire) und Weser-Renaissance (Manfred Cordes).

In seiner Freizeit verköstigt er seine Freunde mit Tapas und mediterrane Delikatessen.

Carla Linné

Violine

Carla Linné erhielt für ihr Violinspiel entscheidende Impulse von Sirkka-Liisa Kaakinen an der Hochschule für Künste in Bremen. Sie schlossdieses Studium mit dem Künstlerischen Diplom ab und arbeitet als freischaffende Musikerin in Ensembles unterschiedlicher Besetzung im In- und Ausland.

Während des Studiums in Bremen begann sie sich für Historischen Tanz, besonders Barocktanz, zu interessieren. Sie erhielt ihre Ausbildung in Bremen bei Jürgen Schrape.

Ihr drittes großes Interesse gilt dem Geigenbau, besonders dem historischen Geigen- und Bogenbau. Auch dies machte sie zum Beruf und baute schon historische Bögen aller Art für alle historischen Streichinstrumente.

Durch die Verknüpfung der musikalischen mit der tänzerischen und der handwerklichen Ausbildung ergeben sich neue spannende Aspekte der Aufführungspraxis, z.B. auf der Bühne zwischen Tanz und Musik zu wechseln, Tänze musikalisch aus dem Tanzen heraus zu begreifen, für musikalische Interpretationen instrumentaltechnische Gegebenheiten mit einzubeziehen.

Josquin Piguet

Zink

In Lausanne (CH) geboren, hatte Josquin Piguet schon früh Kontakt mit unterschiedlicher Musik, vor allem des Renaissance und des Barock. Dies führte dazu, dass er Zink und Naturtrompete an der Schola Cantorum Basiliensis und dann am Institut für Alte Musik der Haute Ecole de Musique de Genève in den Klassen von Bruce Dickey, Jean-François Madeuf und William Dongois studierte. Er arbeitet mit verschiedenen Ensembles in der Schweiz und in Deutschland.

Clemens Schlemmer

Dulzian

Zahlreiche Aufnahmen mit der Cappella Sagittariana Dresden wie auch dem Dresdner Barockorchester repräsentieren die Spielfreude Clemens Schlemmers auf dem Bass- wie auch Tenor-Dulcian. Ganz aktuell die „Canzoni Fantasie“ der Musicalischen Schlemmerey, erschienen bei PaschenRecords.

Eine breite Auswahl barocker Produktionen mit der Akademie für alte Musik Berlin, dem Dresdener Barockorchester, La Banda Augsburg oder auch der Kölner Akademie zeigen einen Teil seiner Möglichkeiten auf dem Barockfagott. Der ganz besondere Reiz liegt jedoch beim barocken Kontrafagott.

Das letzte Bindeglied zum modernen Fagott, mit welchem Clemens Schlemmer neben seiner Tätigkeit als Solo-Kontrafagottist der Norddeutschen Philharmonie Rostock eine Vielzahl von Konzerten mit dem DSO Berlin, wie auch verschiedene Konzerte mit den Berliner Philharmonikern bestritten hat, stellt das romantische Fagott dar. Diese Lücke ist nun geschlossen. Auch damit werden Sie Clemens Schlemmer auf seinen musikalischen Wegen begegnen können.

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