Weckmann Consort in Ganderkesee

Von Dresden und Hamburg

Vom Glanz aus Venedig

Das Weckmann-Consort spielt zu Matthias Weckmanns 350. Todestag dessen Lieblingsmusik: In »Die (Klang-) Farben der Liebe« erklingen Werke aus Venedig, der Stadt der Liebe, und aus dem Umfeld der Venezianischen Schule.

 

Mit ihrer ungewöhnlichen und sehr farbenreichen Besetzung (Sopran, Zink, Violine, Posaunen, Theorbe und Orgel) zeichnen die Musiker dabei einerseits die Entwicklung der Venezianischen Kompositionsschule von Adrian Willaert über Giovanni Gabrieli bis Claudio Monteverdi nach, zeigen andererseits, wie diese Schule anfänglich von jenseits der Alpen inspiriert wurde, wie sie ihrerseits später nordeuropäische Komponisten wie etwa Matthias Weckmann beeinflusste.

Und was läge angesichts dieser neuen Kompositionsweise mit ihren kontrastreichen Ausdrucksmöglichkeiten näher, als die Liebe in all ihren Facetten zum roten Faden dieses Programms zu machen?

 

Freuen Sie sich also auf einen farbenfrohen Abend mit venezianischem Flair — der Sie nicht nur über eine der einflussreichsten Schulen der Musikgeschichte aufklärt, sondern auch so manch pikantes Detail aus dem Liebesleben des 16. und 17. Jahrhunderts thematisiert …

Ob arm oder reich, jung oder alt, groß oder klein: Fast jeder im Volke beherrschte die Grundfiguren
dieses improvisationsreichen Singtanzes, den man in Tanzakademien und Theatern ebenso tanzte wie auf den Straßen der Städte, in Kneipen, Tanzsälen und in den Palästen der Oberschicht. Der Fandango, Nationaltanz Spaniens im 18. Jahrhundert, gewöhnlich besetzt mit Gitarre und Kastagnetten, war und ist einfach getanzte Lebensfreude! 

Und — wie so manch prüderer Zeitgenosse damals leidvoll beklagte — auch getanzte Liebesfreude: »Die Körper bewegen sich zum Klang der Kadenzen der Musik, mit aller leidenschaftlichen Erregung, in extrem wollüstigen Bewegungen, mit Fußstampfen, Blicken, Sprüngen, mit allen von lasziven Absichten strotzenden Figuren«, beschwerte sich etwa der Dekan von Alicante im Jahr 1712. Und wem das noch nicht Beweis genug für die Reize des Fandangos ist, dem sei verraten, dass selbst Giacomo Casanova den Fandango ausdrücklich als den »verführerischsten und wollüstigsten Tanz der Welt« bezeichnete. Und er sollte es ja wissen…

„Zärtlichkeit, Schmerz, Begehren waren in dem knapp neunzig Minuten langen, titelreichen Abend immer gegenwärtig... Der schillernd authentische Klang der Instrumente und die Freiheit der melodischen Gestaltung gefangen genommen.“

Besetzung

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